Die Gesellschafterhaftung bei Firmengründung und Anteilskauf in der Türkei

Die Haftung der Gesellschafter bei der Akiengesellschaft (Anonim Şirketi) und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Limited Şirketi)

Bei der Firmengründung in der Türkei oder auch bei dem Anteilserwerb an einem türkischen Unternehmen sollten sich Investoren mit der Frage der Gesellschafterhaftung beschäftigen, denn die Haftung der Gesellschafter variiert je nach Gesellschaftsform. So bedeutet eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach türkischem Recht (die sog. Limited Şirketi, abgekürzt Ltd. Şti) nicht von vornherein, dass die Haftung in jeglicher Hinsicht beschränkt ist, wie der Name es zunächst glauben lässt. Investoren sollten sich daher bewusst sein, bei diesem Gegenstück zur deutschen GmbH eine persönliche Haftung bei besonderen Fallkonstellationen denkbar ist. Unter Umständen ist die Gründung einer Aktiengesellschaft nach türkischem Recht, einer sog. Anonim Şirketi (A.Ş.) die bessere Wahl, um das Haftungsrisiko der Gesellschafter zu minimieren. [Weiterlesen…]

Neues deutsch-türkisches Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet

Wie das Bundesfinanzministerium in einer Pressemitteilung mitteilt, wurde heute anlässlich des Besuchs des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül in Berlin endlich das neue deutsch-türkische Doppelbesteuerungsabkommen unterzeichnet. Das alte Abkommen wurde durch Deutschland zum 31.12.2010 gekündigt, was zu erheblichen Unsicherheiten im deutsch-türkischen Wirtschaftsverkehr geführt hat. Wenngleich schon immer angekündigt wurde, dass ein neues Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung rückwirkend ab dem 01.01.2011 anzuwenden sein wird (siehe meine Artikel "neues Doppelbesteuerungsabkommen mit der Türkei wieder in Sicht" und " Nachtrag zu “Neues Doppelbesteuerungsabkommen mit der Türkei wieder in Sicht” , bestand dennoch angesichts des fehlenden Abkommens seitdem eine Unsicherheit die nunmehr beseitigt wurde.

Das neue deutsch-türkische Doppelbesteuerungsabkommen mit dem vollständigen Namen "Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Türkei zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und der Steuerverkürzung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen" kann auf der Seite des Bundesfinanzministeriums abgerufen werden.

Gesellschaftsgründung oder Verbindungsbüro? – Häufig gestellte Fragen deutscher Unternehmen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen in der Türkei II

Sehr oft stehen Unternehmen, die eine eigene Präsenz in der Türkei haben wollen, vor der Wahl, was der richtige Schritt ist. Viele kennen die zur Verfügung stehenden beiden Alternativen: Es kann eine türkische Gesellschaft, z.B. eine der deutschen GmbH entsprechenden Limited (Limited şirketi)  gegründet werden oder man beginnt seine Tätigkeit mit einem sogenannten Verbindungsbüro, auch bekannt als Liaison Office oder, auf Türkisch, İrtibat bürosu.

A. Verbindungsbüro vs. Limited

Die Frage, die sich nun stellt ist, welche dieser Alternativen die richtige Wahl ist. Die Beantwortung dieser Frage hängt zu einem großen Teil davon ab, was man in der Türkei machen möchte. Je aktiver man in der Türkei selbst sein möchte, umso eher empfiehlt sich die Gesellschaftsgründung. Möchte man hingegen den lokalen Markt zunächst beobachten und erste Kontakte knüpfen, ohne jedoch einen großen Verwaltungsaufwand zu haben, würde sich eher die Errichtung eines Verbindungsbüros eignen.

[Weiterlesen…]

Das Referendum über die Reform der türkischen Verfassung

In diesen Tagen steht die Türkei vor einem wichtigen Ereignis. Am 12.09.2010 stimmt das Volk über die Annahme einer Verfassungsreform ab, die die Türkei spaltet. Auf der einen Seite stehen die Befürworter der Reform, die durch Erdoğans Regierungspartei AKP auf den Weg gebracht wurde, auf der anderen natürlich die Gegner, zumeist säkuläre Kreise. In Anlehnung an die auf den Stimmzetteln vorgesehenen Abstimmungsmöglichkeiten werden die Lager symbolisiert durch ein "EVET" was JA bedeutet, und ein "HAYIR" – also NEIN für die Gegner der Reform. Die Widersacher der Verfassungsänderungen befürchten eine schleichende Islamisierung des Staates durch verschiedene Regelungen, insbesondere durch eine Auflösung der Gewaltenteilung zwischen Justiz, Parlament und Regierung.

Andere hingegen können sich mit einigen der Änderungen anfreunden, lehnen jedoch andere ab. Diese kritisieren, dass man nur mit "Ja" oder "Nein" über das Gesamtpaket abstimmen kann,  ohne eine Auswahlmöglichkeit zu haben.

Diese Zweiteilung des Volkes lässt die Wirtschaft und die Finanzmärkte um die politische Stabilität fürchten. Auch das eine oder andere Unternehmen wird sich die Frage stellen, ob sein Engagement in der Türkei der richtige Schritt war. Manche könnten sich sogar von einem solchen, in der Vergangenheit geplanten Schritt abhalten lassen, da sie nicht wissen was kommt. 

Wenngleich dieses Thema in der Türkei in den letzten Monaten ausgiebig diskutiert wurde, sind die damit zusammenhängenden Fragen in den deutschsprachigen Medien, trotz reger Berichterstattung in den vergangenen Tagen, aus meiner Sicht zu kurz gekommen. Insbesondere habe ich eine klare und objektive Darstellung dessen vermisst, was denn nun nach den Plänen der türkischen Regierung Inhalt der Verfassungsreform ist.

Damit sich jeder zumindest ein Bild über den Umfang und die Art der Änderungen ein Bild machen kann, möchte ich daher die vorgeschlagenen Änderungen kurz und wertungsfrei skizzieren.

 

[Weiterlesen…]

Wichtiger Tip für Geschäfte in der Türkei:

Eigene Marken gleich anmelden, statt anderen das Feld zu überlassen. Warum, werde ich noch erklären.

Wichtiger Tip für Geschäfte in der Türkei:

Eigene Marken gleich anmelden, statt anderen das Feld zu überlassen. Warum werde ich noch erkären

Off-Topic……..

aber Recht und Wirtschaft eines Landes sollte nicht alles sein, sondern auch andere Eindrücke.

Jedenfalls bin ich vor kurzem auf das ANATOLIEN magazin des Fotografen und Autors Jens Helmstedt gestoßen. Die Seite hat sehr schöne Bilder und Texte über die Türkei zu bieten, die ich jedem empfehlen kann.

Häufig gestellte Fragen deutscher Unternehmen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen in der Türkei I

Wie angekündigt hier nun der erste Teil häufig gestellter Fragen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen in der Türkei

Frage: Wie unterscheidet sich die türkische Rechtsordnung von unserem Kulturkreis, muss man insbesondere mit einer islamisch geprägten Rechtsordnung rechnen?

[Weiterlesen…]

Neue Reihe: Häufig gestellte Fragen deutscher Unternehmen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen in der Türkei

Nachdem mir des Öfteren die selben Fragen zum türkischen Recht gestellt worden sind, die die Grundlagen betreffen, habe ich mich entschlossen eine neue Reihe, unter dem Titel „Häufig gestellte Fragen deutscher Unternehmen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen in der Türkei“ zu beginnen.

Die Fragen und Antworten betreffen hauptsächlich die grundsätzlichen Fragen zum allgemeinen Rechtssystem, Unternehmensgründungen, Gesellschaftsrecht, Forderungsbeitreibung und geschäftliche Aktivitäten in der Türkei.

Sollten sich im laufe der Reihe weitere Fragen ergeben, wird diese natürlich weiter ausgebaut. Ebenso freue ich mich auf Diskussionen zu diesen Themenbereichen.

Der erste Teil dieser Reihe wird in kürze folgen……

Türkische Aktiengesellschaften müssen dauerhaft Rechtsanwälte beauftragen

Unternehmen, die die Rechtsform einer türkischen Aktiengesellschaft (Anonim Şirketi, A.Ş.) besitzen und ein Grundkapital von 250.000,00 türkischer Lira oder mehr haben, müssen Rechtsanwälte beauftragen. Anderenfalls  müssen Sie mit Geldstrafen rechnen. [Weiterlesen…]